Expedition ins Märchenland

#Tagebücher #ReisendeReporterin #ÜberUns

Unser zweiter Kurztrip der besonderen Art führte uns an einen der idyllischsten Orte, die wir jemals gesehen haben: Fuschl am See. Dort tauchten wir ab in ein Zauberland der radikalen Entspannung, wo die Seele nicht nur baumelt, sondern wie auf Wolken schwebt: Ebner’s Waldhof. Was wir dort Schönes und später Skandalöses mit der Deutschen Bahn erlebt haben, erfahrt Ihr aus dem geheimen Tagebuch einer reisenden Reporterin. 

[Text: Vanessa Pegel | Fotos: Vanessa Pegel, Silke Marks, Helmut Zauner]

 

TAG 1:

Au Backe. Ohne Silke hätte ich den Zug nach Salzburg glatt verpasst, weil ich mir drei Minuten vor der Abfahrt noch ein Brötchen im Göttinger Bahnhof holen wollte. Doch meiner weisen Freundin sei dank konnten wir uns noch in letzter Sekunde zwischen die sich gerade schließende Tür des ICE quetschen. 

Seitdem läuft fast alles wie immer mit der Deutschen Bahn: Internet no have und rückwärts fahren, obwohl wir vorwärts gebucht haben, weil Silke sonst schlecht wird. Das einzig Verwunderliche: Unser Zug hat keinerlei Verspätung, sonst hätte ich mir das Brötchen ja noch gönnen können. 

 

Silke und Vanessa kurz vor ihrer Ankunft in Ebner's Waldhof

 Das Märchenland am Fuschlsee 

 

Wir kommen an

Schon der Empfang in Ebner’s Waldhof am See ist so herzlich, dass wir augenblicklich dahinschmelzen und die Probleme des Alltags vergessen – wie zum Beispiel meinen kippenden Koffer festzuhalten, auf dem meine Tasche steht, in der sich alles befindet, ohne das ich als reisende Reporterin nichts wäre: mein Laptop und mein Fotoapparat. Als der Koffer kippt, hören wir es klirren und sehen wie erstarrt dabei zu, wie sich rund um das Malheur eine Pfütze aus Mate Tee bildet. Dann erscheint wie gerufen: Dave, der Retter, der erst seit zwei Tagen in Ebner‘s Waldhof arbeitet und wissend in sich hinein lächelt, während er aus sich heraus strahlt. „Nix passiert! Tolle Tasche!“, sagt er verschmitzt. Welch eine Glanzleistung in Sachen Charme! Chapeau! 

Spätestens als wir unser Zimmer entern und von unserem Balkon auf den Fuschlsee blicken, vergessen wir die Schmach unseres unsäglichen ersten Eindrucks. Bei soviel purer Idylle auf einem Blick überkommt uns die totale Entspannung, gepaart mit ultimativer Daseinsfreude. 

 

Diese Aussicht auf den Fuschlsee bot sich uns, wenn wir auf unserem Balkon saßen.

Silke am Fuschlsee, in dem sie eigentlich baden wollte, aber es dann doch nicht tat. 

 

Irrungen und Wirrungen

Auf dem Weg zur Aussichtsterrasse der Waldhof-Seebar, wo wir die anderen Teilnehmer*innen unserer Pressereise treffen, verlaufen wir uns in den verschlungenen Gängen und Ebenen dieses sagenhaften Anwesens, das mir jetzt schon wie ein Märchenland der unge­ahnten Möglichkeiten erscheint. Glücklicherweise kann sich nicht nur mein Timing, sondern auch mein Orientierungssinn auf Silke verlassen, sodass wir trotz allem ungewöhnlich pünktlich erscheinen, um bei einem Willkommensdrink auch die beiden Macht­haberinnen in diesem Märchenland kennenzulernen.

Die Machthaberinnen im Märchenland

So charismatisch und espritgeladen, wie Daniela Kari von dem kleinen, feinen Hotel erzählt, das ihre Eltern Gabriele und Herbert Ebner vor 60 Jahren auf einem romantischen Hügel am Fuschlsee erbauten und dann nicht mehr damit aufhörten, zieht sie uns auf Anhieb in ihren Bann. Gespannt lauschen wir ihrer Erzählung, wie sie und ihre beiden Geschwister auf einer ständigen Baustelle aufwuchsen, weil immer mehr Gäste in ihren Waldhof strömten und am liebsten nie wieder weg wollten.

 

Eine der beiden Machthaberinnen im Märchenland: Daniela Kari, geborene Ebner, in ihrem "Drive-in" der unbegrenzten Möglichkeiten.

 Herzliche Begrüßung in Ebner's Waldhof: Stefanie Quvrarad, Daniela Kari in Aktion und der Marketingmann im Märchenland Benjamin 

 

Vor zwei Jahren übernahm sie gemeinsam mit ihre Schwester Stefanie Quvrarad die Führung des Familienunternehmens, auch wenn eigentlich ihr Bruder Thomas dafür vorgesehen war. Selbiger hatte andere Pläne – nämlich Kunst. Eine gute Entscheidung, denn seine beiden Schwestern – die eine temperamentvoll und die andere besonnen – scheinen wie geschaffen für diesen Job und wollen genau wie ihre Eltern Ebner‘s Waldhof stets und ständig noch größer, schöner und besser machen.

Kein Wunder also, dass man sich dort leicht verlaufen kann, wenn man keine Silke dabei hat. Allein der paradiesische Waldhof-Spa mit verschiedenen Saunen, Felsen-Whirlpool und Schwimmteich im Freien umfasst 4.000 Quadratmeter! Doch für den heutigen Abend steht ein anderes Genießer-Arrangement auf unserem Programm.

 

 Ali entzückte uns nicht nur mit seinem formidablen Timing, sondern auch mit seinem feinen Sinn für Humor. In seiner Hand hält er übrigens einen fulminanten Wein namens Big John.

 Auch unser neuer Homie Helmut Zauner vom Hotel Magazin grinste im Kreis und versorgte uns mit Insider-Informationen über Kaiserschmarrn.

Dies war natürlich erst der Anfang von unserem 5-Gänge-Genießer*innen-Gelage.

Die heißen Jungs von Sommerau gaben alles ...

↑ Silke am Schlemmen

Ein kleiner, feiner Teil unserer Pressereisegruppe in Ebner's Seebar kurz vorm Cocktailschlürfen

Unsere liebevolle Reiseleiterin Birgit von der Agentur Comma mit ihrem nicen Mann Manuel. 

Zwei gegen einen ist ungerecht? Von Wegen! Silke und Vanessa hätten auch noch Charlotte gebraucht, um gegen den coolen 12-jährigen Paul auch nur den Hauch einer Chance zu haben.

Möglicherweise hätte die reisende Reporterin besser gekickert, wenn sie weniger getrunken hätte. 

 

Nach einem exorbitanten und nebenbei auch noch charmanten Fünf-Gänge-Menü im Hotel-Restaurant, sehen wir beim Kickern gegen den coolen 12-jährigen Paul alt aus, und trösten uns mit leckeren Drinks und unterhaltsamen Gesprächen in der Hotelbar. Als wir später dank Silke sogar zielsicher in unser flauschiges Zimmer entschwinden, fühle ich mich wie Alice im Wunderland, nur ohne Alice und mit mehr Zauber.

 

Silke am Chillen in unserem Märchenland-Hotelzimmer

Unser luxuriöses Badezimmer in Ebner's Waldhof am See

 

TAG 2: 

„Geht das denn mit den Schuhen?“, fragt mich unsere Reiseleiterin Birgit mit einem sorgenvollen Gesichtsausdruck, der mir zwar ziemlich süß, aber doch ein bisschen übertrieben vorkommt. Schließlich haben wir ja nicht vor, einen Marathon zu laufen, sondern wollen nur ein bisschen Fahrradfahren! Dieses Argument überzeugt auch Birgit und ich darf mit meinen geliebten roten Stiefeln in die Pedalen des Waldhof­­-E-Bikes treten, was übrigens prachtvoll funktioniert, wie man auf dem nun folgenden Beweisvideo sehen kann.

 

 

Als wir auf den berg- und taligen Wegen durch das romantische Salzburgerland biken und an wunderschönen Flüssen, Seen, Wäldern und Felsbecken vorbeikommen, wo schon der eine oder andere Tatort gedreht wurde, dämmert mir, wie genial so ein E-Bike eigentlich ist, solange der Motor nicht schlappmacht. Schließlich waren die letzten beiden Berge so steil, dass ich zu Fuß verloren gewesen wäre. Und plötzlich ergibt auch Birgits besorgte Frage von vorhin Sinn in meinem Kopf: Meine Stiefel sind nur solange kein Problem, wie der E-Bike-Motor läuft.

Als ich am Ende unserer Tour mit einem Affenzahn zurück ins schöne Fuschltal düse, zeigt mir der Smiley auf der Geschwindigkeitstafel am Ortseingang sein grimmigstes Gesicht, aber ich fühle mich prächtig und grinse im Kreis. 

 

TAG 3: 

Wie heißt es so doof: Wenn‘s am schönsten ist, dann soll man gehen. Mittlerweile finde ich mich in Ebner‘s Waldhof am See sogar ohne Silke zurecht und habe herausgefunden, dass man dort quasi alles machen kann, was das hungrige, durstige, neugierige, entspannungssüchtige, sportliche, landschaftsliebende und harmoniebedürftige Herz begehrt: Bogenschießen am Waldrand, Wellnessen mit Seeblick, E-Bike-Touren durch eine phänomenale Landschaft, Wandern oder romantisch mit der Kutsche fahren, Alpakas beim Nichtstun zusehen oder dabei streicheln, Golfspielen, Baden im Fuschlsee oder im Pool, Saunieren und Chillen, Schneeschuhwandern, Skifahren und dabei die ganze Zeit unfassbar lecker essen und trinken, während man ultraherzlich umsorgt wird. 

 „Aus schlaffem Bogen fliegt kein Pfeil“, das wusste schon Ovid. Jetzt weiß es auch die reisende Reporterin.

↑ Silke wusste schon vorher, wie man einen scharfen Pfeil abschießt und traf ins Schwarze.

Silke fotografiert während unserer E-Bike-Tour eine Babyziege auf der Flucht.

 Zum Baden in den Felsbecken war es leider noch zu fresh, ansonsten hätten wir hier bestimmt auch einen Tatort gedreht.

Die reisende Reporterin Vanessa mit ihrer weisen Freundin Silke im Swimmingpool in Ebner's Waldhof, wo es sogar Blubberbläschenbetten gibt ... 

Ach, wie schön es war!

 

Kurz gesagt: Wir befinden uns hier an einem Ort der radikalen Entspannung, wo die Seele nicht nur baumelt, sondern wie auf Wolken schwebt. Der einzige Nachteil an diesem Ort ist, dass man ihn früher oder später wieder verlassen muss. 

Während wir zum Abschied noch einmal im Außenpool planschen, beobachten wir den Märchenlanderbauer Herbert Ebner, wie er versonnen umherschweift und hin und wieder ein kleines Unkräutchen aus den Blumenbeeten zupft. Ich komme nicht umhin, ihm vom Pool aus zuzurufen, wie es sich anfühlt, in diesem Paradies zu sein, das er und seine Frau Gabriele erschaffen haben: unbeschreiblich schön. 

 

Festsitzen in Freilassing

Puff! Wieder ein Traum zerplatzt. Wir stecken im Bahnhof von Freilassing fest, weil unser Zug von der Bundespolizei kontrolliert wird. Dass ausgerechnet ein Ort mit dem schönen Namen Freilassing dafür herhalten muss, Menschen aufzuhalten oder gar festzunehmen, ist zwar geographischen Gesichtspunkten geschuldet, fühlt sich aber trotzdem falsch an.  Während ich das geschäftige Treiben der in schwarzer Montur gekleideten Bundespolizist*innen latent eingeschüchtert beobachte, schwillt Silke bereits der Kamm. Schließlich hat sie den elendigen Niedergang unserer von mir und der Deutschen Bahn schlecht geplanten Rückreise schon prophezeit, bevor wir überhaupt losgefahren sind! 

Als wir endlich wieder Fahrt aufnehmen, beschert uns die Deutsche Bahn mit ihrer Informationspolitik ein Wechselbad der Gefühle: „Voraussichtlich werden Sie Ihren Anschlusszug nicht erreichen!“ Dann doch wieder ein Hoffnungsschimmer: „Der Zug wartet auf Mitreisende“, die aber nicht wir sind, wie sich herausstellt, und schließlich: das Schweigen im Walde. Am Ende kommt es genau so, wie Silke es vorhergesagt hat: Die letzte vernünftige Verbindung von München nach Göttingen fährt uns direkt vor Silkes Nase davon. Zu diesem Zeitpunkt habe ich allerdings noch nicht mal das richtige Gleis im bekloppten Münchner Kopfbahnhof erreicht und pfeife bereits aus dem letzten Loch. Rauchen schadet nämlich wirklich, auch wenn man es eilig hat. Ein kleiner Trost bleibt mir: Von den vielen Menschen aus unserem Zug, die teilweise echt schnell gerannt sind, hat nur einer den Anschluss nicht verpasst und der hatte einen Klapp-Roller dabei. 

Nachdem wir von der geschundenen Mitarbeiterin am Schalter im Münchner Hauptbahnhof erfahren haben, „dass die Züge aus Freilassing wegen der Grenzkontrollen immer Verspätung haben“, weiß sie keine Antwort auf die Frage, warum die Deutsche Bahn Tickets für Zugverbindungen verkauft, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Dafür teilt sie uns mit, dass wir nicht wie geplant um 22:55 Uhr, sondern frühestens um 3:37 Uhr in Göttingen ankommen werden. 

 Frustbier am Münchner Hauptbahnhof als wir noch nicht wussten, dass wir in Wirklichkeit erst um 4:20 Uhr in Göttingen ankommen werden.. 

 

Gestrandet in der Realität

Kurz vor Mitternacht fahren wir dann für einen einstündigen Zwischenstopp in Frankfurts Hauptbahnhof ein und das ist dann wirklich so ernüchternd, dass ein weiteres Bier unumgänglich wird. Unsere Suche führt uns nach Absurdistan, wo obdachlose Menschen ordentlich nebeneinander aufgereiht unter den Vordächern der Hochfinanz schlafen, während in der türkischen Kneipe von gegenüber Die Bösen Onkelz aus den Lautsprechern schallen. Im Imbiss nebenan kaufe ich mir eine Flasche Bier für vier Euro, nicht ohne den Typen wissen zu lassen, dass ich mich von ihm verarscht fühle. Dann entzündet sich plötzlich ein Feuerwerk an Frankfurts Bankenhimmel, während mich Silke darauf hinweist, dass mancherorts ein Koffer schneller weg ist, als man sich vorstellen kann. Ich proste beschämt den Obdachlosen zu und nehme einen großen Schluck von meinem überteuerten Bier. Da ist sie also wieder, diese schnöde Realität. Nur gut, dass wir gestern noch im Paradies waren.

 

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Wer noch nicht genug hat, bekommt hier noch mehr aus dem Märchenland zu sehen:

 

Eine Bootsfahrt wäre bestimmt auch lustig gewesen, aber wir legten uns dann doch lieber in Ebner's Waldhof-Spa ab.

↑ „Schöne Tage – nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen.“ Dieses Zitat aus dem 4000 Quadratmeter großen Waldhof-Spa schreiben wir uns hinter die Ohren und in unsere Herzen.

 

Der neue Kräutergarten in Ebner's Waldhof am See.

 Das Bootshaus am Fuschlsee

Auch am Fuschlsee klingt Regen zwar auch nicht wie Applaus, aber bei dieser Aussicht hätten wir trotzdem beinahe geklatscht. 

 Silke vorm Garni Haus Sonnleitn: ein kleines, feines eigenes Universum für Bücherliebhaber*innen und Aktivurlauber*innen am Rande von Ebner's Waldhof.

Gemütlichkeit wird in der Café-Bibliothek im Sonnleitn groß geschrieben. Dafür sorgt die zauberhafte Gastgeberin Nicole, die sich leider nicht fotografisch festhalten lassen wollte, obwohl sie super süß war. 

 Der idyllische Naturbadeteich vom Sonnleitn

Sogar die Uhren sind im Sonnleitn aus Büchern gemacht. 

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