Erschreckend

Warum manche Menschen etwas dagegen haben, wenn Männer Männer lieben oder Frauen Frauen, das werden wir wohl nie verstehen, denn das Herz begehrt, wen es will, aber das Hirn kann denken. Deshalb können wir kaum glauben, dass es auch im gebildeten Göttingen Menschen gibt, die lieber hassen, anstatt zu lieben und lieben zu lassen. 

Es folgt eine Stellungnahme des Vereins Queeres Göttingen e.V. zum Überfall auf zwei schwule Männer in Göttingen [mehr dazu im GT-Artikel vom 29.11.2018]:

Homofeindliche Gewalttat in Göttingen

Der jüngste gewalttätige Übergriff auf zwei schwule Männer erschüttert uns sehr. In der Nacht des 24.11.2018 wurden zwei Männer und ihre Begleitung als „Scheiß-Schwuchteln“ beleidigt, einer Person wurde sogar der Kiefer gebrochen. Wie kann so etwas in Göttingen, unserer liberalen und weltoffenen Stadt passieren?

Ein solcher Vorfall ist unerträglich und nicht hinnehmbar. Menschen haben ein Recht darauf, sich jederzeit gefahrlos in unserer Stadt bewegen und zeigen zu können. Wird das Klima in unserer Gesellschaft rauer und lebensweisenfeindlicher? Auch mit Blick auf das größere, weltoffene Berlin muss diese Frage mit „ja“ beantwortet werden.

Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo zählte 2017 324 Fälle mit homo- oder transfeindlichen Hintergrund in Berlin (vgl. Artikel vom 15.05.2018). Mehr als drei Viertel der Taten waren Angriffe auf schwule oder bisexuelle Männer, 10% auf trans* Personen, 5 % auf Lesben, die restlichen Übergriffe entfielen auf andere queere Personen. 1/3 aller Taten waren Körperverletzungen. Die Zahlen haben im Vergleich zum Jahr 2016 um 12% zugenommen.

Wir sind solidarisch mit den Opfern des jüngsten Angriffes in unserer Stadt und weiteren Opfern trans*- und homofeindlicher Diskriminierung und Gewalt. Viele Beleidigungen oder Übergriffe werden gar nicht in Zeitungen dokumentiert, weil sie oftmals nicht angezeigt werden. Häufig trauen sich Betroffene nicht, mit ihren Erlebnissen an die Öffentlichkeit zu gehen.

Wir, der Verein Queeres Göttingen e.V., bieten mit dem Queeren Zentrum in der Hannoverschen Straße 80 in Weende einen Ort, an dem Austausch und Vernetzung möglich sind.

Um weitere Erfahrungen von Diskriminierung und Gewalt (Beleidigungen, Mobbing, Ausgrenzung, körperliche Übergriffe) dokumentieren zu können, bitten wir Betroffene, Zeug*innen und Unterstützer*innen, sich vertrauensvoll ans Queere Zentrum Göttingen zu wenden. Es besteht auch die Möglichkeit, zu diesem Thema im geschützten Rahmen eine eigenverantwortliche Gruppe zu gründen, die sich im Queeren Zentrum treffen kann.

Kontakt: info@queeres-zentrum-goettingen.de

Weitere Informationen: www.queeres-zentrum-goettingen.de

 

[Foto©zazzle.com]

Veröffentlicht am: 31.12.2018
Autor: vanessa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.