#Hä?!-Duden

Vor allem im world wide web, aber auch im realen Leben kursieren so einige erfundene oder zweckentfremdete Begrifflichkeiten, die bei vielen Menschen Fragezeichen hervorrufen. Deshalb sorgt unsere Autorin und Illustratorin Sarah – nicht ganz ohne Zynismus – mit ihrem sich stetig erweiternden, fulminanten #Hä?!-Duden für mehr Durchblick

[Text & Illustrationen: Sarah Elena Kirchmaier]

A

– Aesthetic, die [N., auch: #aesthetic]: bedeutet auf Englisch eigentlich – wer hätte es gedacht! – das Selbe wie auf Deutsch, also Schönsinnigkeit. Im Internet wir es durch den Kommentar „my aesthetic!!1“ oft verwendet, um die eigene Zugehörigkeit zu apolitischen Eintags-Subkulturen zu demonstrieren, die sich hauptsächlich über unmögliche Looks definieren [siehe auch: Seapunk, Vaporwave, etc.].

 

B

– Bae, das [N.]: Als Abkürzung für den englischen Ausdruck „before anything else“, also „vor allem anderen“, bezeichnete dieser Begriff zunächst das Nonplusultra in vielerlei Hinsicht. Inzwischen sind diese drei Buchstaben jedoch aufgrund ihrer phonetischen und orthografischen Ähnlichkeit zu „Babe“ hauptsächlich als pseudo-cooler Kosenamen für Partner*innen in Gebrauch.

 

C

– @cheekyexploits: Instagram-Account der Stunde, verbindet er doch zwei Dinge, die alle Menschen mögen: hübsche Hintergründe und hübsche Hinterteile. Der Teil der Menschheit, dem es im Urlaub nicht genügt, wahlweise im Bikini am Strand oder in Jogginghose im Bungalow herumzulümmeln, macht sich frei, setzt seinen Po in Pose und hofft, auf einem von Hunderttausenden verfolgten Profil zu landen.

 

D

– Dickpic, das [N., Kunstwort aus dick für Schwanz und der Kurzform von picture für Bild]: Für aufmerksame Lesende unseres feinen Magazins ist dieses Phänomen kein neues Thema. Dennoch soll es ob seiner Abartigkeit auch hier nicht unerwähnt bleiben. Im Zeitalter hochauflösender Handykameras dürfte es jedermann ein Leichtes sein, ästhetisch zumindest halbwegs passable Bilder seines Gemächts an das Objekt der Begierde zu verschicken, doch die Realität sieht leider anders aus: Schlecht belichtete Fotos verkümmerter Cornichons landen zu Tausenden in den Inboxen der Angebeteten. Adrig, voller Schlonze und mit einer Behaarung, die jeden Vierzehnjährigen unter dem Bartflaum vor Neid erblassen ließe, hinterlassen sie häufig weniger Eindruck als gewünscht. Doch auch hier gibt es Hoffnung: Eine besonders gute Seele nimmt sich die Zeit, auf dem Blog critiquemydickpic.tumblr.com den Kronjuwelen zu einer besseren Inszenierung zu verhelfen. Einen Dickpic-Erfahrungsbericht findet Ihr hier.

 

E

– Emoji, das [N.]: Dass dieser Begriff hier erklärt wird, dürfte für die Generation Snapchat rückständig und wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten scheinen – aber sei’s drum: Emojis sind klitzekleine Bilder, die nach eigenem Gusto in digital verschickte Nachrichten eingebaut werden können. Im Gegensatz zu den früher gebräuchlichen Punkt-Punkt-Komma-Strich-Smileys haben die Emojis einen deutlich größeren Bedeutungshorizont, da von lesbischen Pärchen über japanischen Grüntee bis hin zu Einhörner graphisch alles vertreten ist.

 

F

– Flatearther, die [N., pl., von flat für flach und earth für Erde, auch: Flat Earth Society]: besonders debile Exemplare unter den Verschwörungstheoretikern. Wie sich an ihrem Namen unschwer erkennen lässt, glauben Flatearther im 21. Jahrhundert noch immer ernsthaft daran, dass die Erde eine Scheibe sei und wir uns im Zentrum des Universums befänden – von der natürlich sowieso gefakten Mondlandung ganz abgesehen. Bestehend aus Vollhonks und religiösen Fanatikern, die am liebsten wohl noch zu biblischen Zeiten leben würde, bekommt diese irre Gruppierung Dank Facebook, Twitter und Co unbegreiflicherweise seit kurzer Zeit wieder mehr Zulauf.

– 4/20, [ausgesprochen four-twenty]: ein eher nicht-so-geheimes Codewort innerhalb der Cannabis-Szene, das aus dem amerikanischen Raum stammt. Bezog sich zunächst auf die Uhrzeit 16:20, aber auch das Datum des 20. Aprils. Erstere wurde als sozial akzeptable Uhrzeit, sich die erste Tüte anzuzünden, deklariert. Letzteres ist der inoffizielle Feiertag aller Stoner, an welchem sich in den USA seit Jahrzehnten und mittlerweile auch hierzulande Menschen im öffentlichen Raum treffen, um gemeinsam den Cannabis-Konsum zu zelebrieren. Im weitesten Sinne wird 4/20 inzwischen aber auch als Umschreibung für’s Kiffen im Allgemeinen verwendet.

 

– Fuckboy, der [N.].: Alle kennen ihn, keiner mag ihn. Der Fuckboy ist zwar kein exklusives Online-Phänomen, das word wide web und Dating-Platformen im Besonderen sind aber dennoch das präferierte Jagdgebiet jenes tristen Auswuchses der menschlichen Rasse. Grenzdebil und kognitiv eingeschränkt anmutend, scheint er soziale Normen völlig zu ignorieren und es für durchaus akzeptabel zu halten, Gespräche im Netz ohne Grußwort und mit einem eloquenten „Geile Titten!!!1“ oder „Bock zu ficken?“ einzuleiten. Weitere kognitive Begrenzungen werden spätestens dann offenkundig, wenn seine Gesprächspartnerin gar nicht oder mit einem simplen „Nein“ antwortet – dieser Terminus ist nämlich leider nicht im Wortschatz des gemeinen Fuckboys vertreten.

– Furry [N., der, von engl. furry = pelzig]: Bezeichnet eine weitere recht befremdliche – aber harmlose – Subkultur und meint Menschen, die sich mit anthropomorphisierten Tieren identifizieren (sogenannte Fursonas). Neben der künstlerischen Darstellung seiner pelzigen Projektionsfläche frönt der Furry unter Anderem gerne dem Design ausgefeilter Kostüme (auch Fursuits genannt), Rollenspielen in der virtuellen wie der realen Welt und dem Besuchen von Conventions. Für manche Furries hat das doch recht spezielle Hobby auch einen sexuellen Aspekt, wodurch das Dissen dieser Gruppierung so eine Art Volkssport im Internet wurde. Naja. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

 

G

– Ghosten, das [N., auch: Ghosting, von ghost für Geist]: Vermutlich die einzig effektive Methode gegen Fuckboys. Denn dieser Begriff bedeutet, dass alle Kommunikation [sowohl online wie auch im echten Leben] ohne vorherige Ankündigung eingestellt wird. Das ist zwar weder die effektivste noch die erwachsenste Methode, zwischenmenschliche Beziehungen auf Eis zu legen, aber für Menschen, die glauben, dass sich Probleme mit genug Geduld von selbst lösen, durchaus die angenehmste.

 

H

– Hashtag: #, der/das [N., zusammengesetzt aus hash für das Doppelkreuz und tag für Markierung]: Wurde ursprünglich etabliert, um in den sozialen Netzwerken bestimmte Beiträge schneller auffindbar zu machen, indem man ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten #Thema kennzeichnet. Natürlich schlug das innerhalb kürzester Zeit in ein effektives Mittel um, die eigene Internet-Persona zu bewerben [prominentes Beispiel: #likeforlike, weil „Gefällt mir“-Angaben offensichtlich schon lange nicht mehr bedeuten müssen, dass man etwas oder jemanden wirklich mag]. Daher ist der Hashtag mittlerweile  auch als ironisches Stilmittel in Gebrauch.

 

I

– Incel (N., der; Neologismus von engl. involutarilyfür unfreiwillig und celibatefür sexuell abstinent): Ist die wohl abartigste Subkultur, die das Internet seit seiner Entstehung zustande gebracht hat. Entsprungen aus einem Subreddit, das inzwischen geschlossen wurde, beschwert sich dieser Abschaum beständig darüber, nicht flach gelegt zu werden, ohne jemals die eigenen Verhaltensmuster zu hinterfragen. Frauen bezeichnen sie nur alsfemoids (Kunstwort aus femalefür weiblich und humanoid, impliziert also, Frauen seien irgendwie nur menschenähnlich) und glauben fest daran, dass diese ihnen Sex schuldeten, zu dessen Einforderung sie notfalls auch vor Gewalt nicht zurückschrecken würden. Incels kommen aber auch auf besonders bescheuerte Ideen wie die Legalisierung von Sex mit kürzlich verstorbenen Frauen, da hierbei ja keiner zu Schaden käme. Insgesamt einfach widerlich.

 

– Instagram: Leser*innen, die sich selbst als hip empfinden, werden an dieser Stelle nur müde mit den Augen rollen und sich fragen, wer auf dieser Welt denn bitteschön nicht weiß, was es mit Instagram auf sich hat. Ihnen sei gesagt, dass es unvorstellbarerweise tatsächlich Leute gibt, für die es wichtigere Dinge gibt, als die fotogenste Avocado zu ergattern, um anschließend ein Bild von dieser hochzuladen. Für alle anderen: Instagram ist eine App [und Website], über die man Bilder aus dem eigenen Leben hochladen kann, um sie seinen Followern zu präsentieren. Natürlich perfekt, um die Fremdwahrnehmung vom eigenen Leben nach oben zu korrigieren und möglichst viel über die Menschen, die man nicht direkt fragen möchte, herauszufinden.

 

J

– Japan, History of [N.]: Beliebtes Youtube-Video, das wohl den derzeitigen Stand des Internethumors wie kein anderes verkörpert. Im Video wird die lange und nicht ganz einfache Geschichte Japans auf absurd-humoristische Weise, wie zum Beispiel durch gewollt plumpe Animationen oder schreckliche PowerPoint-Effekte, erklärt. Der Informationsgehalt des Videos ist dennoch beachtlich – und trägt nur noch mehr zu dessen Witz bei. Anzusehen ist das Ganze auf youtu.be/Mh5LY4Mz15o.

 

K

– Kittenfishing, das [N., von kitten für Kätzchen und fishing für Angeln]: bezeichnet die kleine, ähnlich fiese Schwester des Catfishing – also des „Angelns“ von Dating-Partnern auf Online-Plattformen oder Apps mit fremdem [hübscherem] Bildmaterial. Kittenfishing hingegen bedient sich des eigenen Selfie-Repertoires – auch wenn man dafür tief in den Archiven buddeln muss. Bilder, die einen in postpubertärer Blüte zeigen und mit dem aktuellen Ich
des*der Postenden, ob des enormen Zeitunterschiedes, optisch nur noch wenig gemein haben, ziehen in der oberflächlichen Online-Welt natürlich viel eher als Nahaufnahmen der ersten Fältchen, Geheimratsecken oder des erschlaffenden Dekolletés. Kittenfishing dient, wie so vieles im Internet, dem Ausradieren eigener,  vermeintlicher Fehler auf Kosten der Glaubwürdigkeit und fliegt spätestens beim ersten Date eh auf. 

 

– #KylieJennerChallenge, die [N.]: Für Internet-Verhältnisse zwar schon ein uralter Hut – zwei Jahre ist das schon her! – aber an Irrwitzigkeit unübertroffen: Im Frühjahr 2015 brach ein Hype um die Lippen von Kylie Jenner, ihres Zeichens Reality-TV-Star und ungekrönte Prinzessin der sozialen Medien, aus. Irgendwie verständlich, denn das Nesthäkchen der millionenschweren Kardashian-Dynastie hatte scheinbar über Nacht ihr Schmollmundvolumen vervierfacht – was Tausende und Abertausende von Teenagern veranlasste, es ihr gleich zu tun. Nur irgendwie doof, dass Letztere lediglich zum allerkleinsten Teil genug Taschengeld bekamen, um sich das Schlauchboot im Gesicht mit plastischer Chirurgie zu finanzieren. Da Not bekanntlich erfinderisch macht, saugten Kylies Altersgenossen dann also bis zur Schmerzgrenze an Flaschen, um ihre Lippen optisch zu boosten. Die Folgen: Weltweit liefen Hunderte von Kids tagelang mit blauen Flecken und Wunden um die Mundpartie herum. Blöd, aber wohl immer noch besser als eine verkackte OP.

 

L

– lit [Adj., wörtlich: angezündet]: Neben seiner wörtlichen Bedeutung ist „lit“ im Englischen eigentlich ein Slangwort für berauscht. Das Wort wandelte sich in der letzten Zeit zu einer Bezeichnung für allerlei spaßige und kurzweilige Aktivitäten hin – unter anderem sind Parties häufig „lit“.

 

M

– Meme, die [N.]: Hierbei handelt es sich um ein kaum zu erklärendes Internetphänomen, das wohl genau aus dieser Tatsache seinen Reiz bezieht. Bilder in Kombination mit Text, welche immer nach einem bestimmten Schema aufgebaut sind, bilden den Ursprung der Memes. Inzwischen meint der Begriff auch anders geartete, sich inner- und außerhalb einer Community wiederholende Witze (beispielsweise in reiner Textform oder im Videoformat), welche in unserem kulturellen Kurzzeitgedächtnis zu einer Art Archetyp des Humors wurden.

 

N

– netflix and chill [V.]: das Briefmarkensammlung-Zeigen des gegenwärtigen Jahrtausends. Zur Film- und Entspannungssession wird nur anstandshalber geladen – sowohl Gast wie auch Gastgeber*in wissen insgeheim, dass man sich wohl viel eher auf einen Abend der körperlichen Ertüchtigung einstellen sollte.

 

O

– on fleek [Adj., auch: on point]: Unübersetzbares Internetsprech-Kompliment-Wort. Wird unerklärlicherweise überproportional häufig für beeindruckend schöne Augenbrauen verwendet, kann sich aber auch auf Frisuren, Make-Up oder Klamotten beziehen. Zumeist benutzt von Menschen, deren sozialmediale Präsenz ihnen wichtiger sind als ihre Familie, ihr Job und ihre Freunde zusammen.

 

P

– plandid [Adj., Kunstwort aus „candid“ für ungestellt und „planned“ für geplant]: Bezeichnung für jene Kunstform, die von der Generation Y perfektioniert wurde. Bedeutet bis zum letzten Detail durchkomponierte, aber ungepost aussehende Fotos. Beliebte Kulissen sind unter anderem Hipster-Cafés, Graffiti-Wände und Badestrände.

 

Q

– quality content, der [N.]: Beschreibt digitale Inhalte höchster Güteklasse – glaubt zumindest deren Ersteller*in. Da es bislang leider [oder Gott sei Dank] noch kein System gibt, den Wertgehalt von Instagrambildern o.Ä. objektiv und zuverlässig zu bestimmen, kann ein*e jede*r sich einreden, die eigene Onlinepräsenz sei der absolute quality content.

 

R

– Resting Bitch Face, das [N., frei übersetzt etwa Ruhendes Zicken/Schlampen-Gesicht]: Das RBF beschreibt Gesichtszüge, die auch im entspannten Zustand immer latent angepisst wirken, mimisch laut „Sprich mich bloß nicht an“ rufen und ist meist durch einen Schmollmund sowie einen eisigen Blick gekennzeichnet. Gilt ironischerweise trotz des pejorativen und misogynen Untertons für viele Mädels als erstrebenswert – anders hat frau wohl auch keine Ruhe vor übergriffigen Idioten, für die Privatsphäre ein Fremdwort ist.

 

– reaction image, das [N., etwa: Reaktionsbilder]: Die Weiterentwicklung der –>Emojis. Normalerweise animierte Bilder, die den momentanen Gemütszustand des oder der Absender*in ausdrücken sollen, ohne dass diese*r diese lang und breit in Worte fassen muss. Oftmals abgebildet wird die Gesichtsakrobatik popkultureller Figuren.

 

S

– Seapunk [N., auch Adj.]: Hat eigentlich so rein gar nichts mit herkömmlichem Punk zu tun und ist – wie die meisten im Internet geborenen Subkulturen – sowieso viel eher auf Erscheinungsbild als auf Musik fixiert. Soll heißen: Teenager mit blaugrüntürkisgefärbten Haaren und bombenfestem Make-Up stellen eifrig Blogs mit animierten sinnlos-Delfin-Bildern, die bei längerer Betrachtung einfach Epilepsie verursachen müssen, zusammen und warten auf Likes ihrer ebenso geistreichen Cyberfreunde.

 

T

– #tbt [Abkürzung für Throwback Thursday, etwa: Rückblicks-Donnerstag]: Dieser Hashtag wird meist dafür verwendet, im Internet verhältnismäßig betagte Bilder zu posten. Wunderbar, um sich auf hippe Weise in Nostalgie zu suhlen.

– Trigger Warning (N.; von Englisch Triggerfür Abzug und warningfür Warnung, abgekürzt auch tw): Wird hauptsächlich dazu verwendet, Internetinhalte mit sensiblen Inhalten zu kennzeichnen, welche den*die Konsument*in triggern –also Gedankenprozesse in Gang setzen, welche ihm*ihr Flashbacks in traumatische Situationen verpassen. Markiert wurden damit zunächst alle möglichen -ismen, um marginalisierte Gruppierungen nicht noch weiter zu verstören. Ob der Unfähigkeit mancher Identitätspolitiker*innen, sich selbst auch mal nicht zu ernst zu nehmen und Kritik zuzulassen, wird der Begriff heute aber mitunter auch ironisch bis abwertend verwendet.

 

U

– UwU: Ursprünglich ein Smiley, der an einen in Animes gängigen Gesichtsausdruck angelehnt ist [Obacht, für Menschen, die keine –>Weeaboos sind, ist ganz viel Fantasie vonnöten, um überhaupt irgendwas zu erkennen!]. Innerhalb der letzten Jahre jedoch vorrangig als Stilmittel verwendet, um blauäugige Weltanschauungen ins Lächerliche zu ziehen.

 

V

– Vaguepost, der [N.]: Begriff, der Posts auf den sozialen Plattformen bezeichnet, die bewusst schwammig gehalten werden, aber dennoch relativ deutlich auf eine bestimmte Person[engruppe] abzielen. Quasi also der kleine, moderne Bruder vom passiv-aggressiven Post-It-Zettel über der Spüle, der die Mitbewohner*innen freundlichst zum „Spülen :)“ auffordert.

 

W

– Weeaboo, der [N.]: Leicht bis extrem abwertende Bezeichnung für nicht aus Fernost stammende Menschen, welche sich dennoch unkritischst über jedes kleine Stückchen japanische Kultur hermachen und diese zu ihren Götzen erheben. Geht normalerweise mit der Ablehnung der eigenen Nationalität und Ethnie einher. Das natürliche Umfeld des gemeinen Weeaboos sind leere Pfandflaschen und Pizzakartons in einem abgedunkelten Zimmer des Elternhauses. Riecht außerdem zumeist leicht bis extrem nach Schweiß.

 

X

– XXX: Einerseits eine Art, pornografisches Material zum umschreiben und andererseits eine Abkürzung für „Straight Edge“, eine in den 80er Jahren entstandenen Subkultur, die den Drogen, dem Alkohol und, ja, auch dem Herumvögeln abschwört. Irgendwie ironisch also.

 

Y

– „Your fave is problematic“ [etwa: Dein Liebling ist problematisch]: Lieblingsausspruch all jener, die es um’s Verrecken nicht lassen können, anderen Menschen den Spaß an alltäglichen Dingen zu nehmen. Bezieht sich auf die präferierte [berühmte] Person der oder des Angesprochenen und meint, dass diese sich in der Vergangenheit irgendwann einmal etwas erlaubt hat, das man politisch inkorrekt nennen müsste – wie so ziemlich jede*r, wenn man tief genug gräbt.

 

Z

– zucked [Adj.]: Bezeichnet das Gesperrtwerden auf Facebook aufgrund von vermeintlichem oder tatsächlichem Fehlverhalten im Internet. Leitet sich vom Namen des Gründers der Plattform, Mark Zuckerberg, ab. Recht willkürlicher und undurchsichtiger Mechanismus, aber was soll’s. Gibt hoffentlich Wichtigeres.

 

Veröffentlicht am: 25.01.2018
Autor: admin

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