Besser kommen

#Sex #Gleichberechtigung

Obwohl Frauen im Gegensatz zu Männern in der Lage sind, multiple Orgasmen zu erleben, kommen sie beim Sex deutlich seltener zum Höhepunkt als ihre männlichen Bettgenossen. Das überaus einfalls­reiche Projekt „Girl vs Toy“ macht auf diesen Missstand aufmerksam und zeigt, wie man seiner Herr werden könnte. 

[Text: Fräulein Freud | Foto: Martin Semmler]

Nach wie vor ist der weibliche Orgasmus ein Tabu-Thema und von vielen Mythen umgeben. In Pornos und selbst in Frauenzeitschriften werden oft völlig falsche Vorstellungen davon vermittelt, wie Frauen zum Höhepunkt kommen sollten. Mit unserem Projekt Girl vs Toy zeigen wir, dass klitorale Stimulation der sicherste Weg zum Orgasmus ist – sogar wenn die Frauen eigentlich abgelenkt sind”, sagt Martin Semmler, der Initiator des Projekts. 

So sieht es aus

Bislang sind sechs Videos erschienen, auf denen Frauen zu sehen sind, die an einem Tisch sitzen und versuchen, sich darauf zu konzentrieren, aus einem Buch vorzulesen, ein Computerspiel zu spielen, sich zu schminken oder Cupcakes zu verzieren. Doch irgendwie scheinen sie auf äußerst angenehme Art und Weise immer wieder aus dem Konzept gebracht zu werden. Dass sich dabei unter'm Tisch irgendwas Erregendes abspielen muss, kann man als Zuschauer*in zwar nicht sehen, aber doch ziemlich gut erahnen. 

Die Challenge

Während die beiden Wettstreiterinnen Mary und Luna obenrum aus Artur Schnitzlers Traumnovelle vorlesen oder Tomb Raider spielen, treten sie untenrum in einem spielerischen Wettbewerb gegen verschiedene Sextoys an. Ihre Aufgabe: Möglichst seriös erscheinen und bloß keinen Orgasmus bekommen. Bei dem einen Sextoy dauert es länger und bei dem anderen kürzer, aber verlieren tun die beiden immer und es macht wirklich großen Spaß, ihnen dabei zuzusehen, weil sie so wunderbar authentisch und echt dabei sind. Indem sie auf respektvolle und ästhetische Weise die wahre Schönheit des weiblichen Orgasmus zeigen, wollen sie Frauen dazu ermutigen, offener mit ihrer Sexualität umzugehen, zu ihren Bedürfnissen zu stehen und diese gegenüber den Männern selbstbewusst einzufordern. „Viele Frauen trauen sich immer noch nicht, ihrem Partner offen zu sagen, was sie beim Sex brauchen, um zum Orgasmus zu kommen. Außerdem gibt es immer noch die unsinnige Vorstellung, dass der vaginale Orgasmus durch Penetration irgendwie besser ist als der klitorale. Mit diesem Vorurteil müssen wir aufräumen“, findet Martin Semmler und betont: „Die allermeisten Frauen kommen nun mal am besten über die Klitoris.”

Auf den Punkt

Laut einer aktuellen Studie der Psychologin und Sex­ualtherapeutin, Dr. Laurie Mintz, kommt ein Mann beim Sex fast doppelt so häufig zum Orgasmus wie eine Frau, obwohl sie im Gegensatz zu ihm theoretisch sogar in der Lage wäre, multiple Orgasmen zu erleben. Deshalb wird es nun langsam mal Zeit, die Sache richtig anzugehen und einzusehen, dass den meisten Frauen allein durch vaginale Penetration vor lauter Begeisterung nun mal nicht Hören und Sehen vergeht. Meine sehr verehrten Damen und Herren, man kann es offensichtlich nicht häufig genug sagen, deshalb noch mal: die beiden Zauberworte heißen klitorale Stimulation! Damit kommt man als Frau viel wahrscheinlicher effektiv zum Ziel und das sogar, wenn man eigentlich mit was anderem beschäftigt ist, wie die Videos eindrucksvoll beweisen. Wer nun scharf darauf ist, sie zu sehen, findet sie hier: lovetoy-erfahrung.de/girl-vs-toy.

 

PS: Dieser Artikel erschien erstmalig in der 14. Ausgabe des VONWEGEN-Magazins im November 2018.

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